Embodying Stillness – wenn der Körper zum Tempel wird
Und: heute Abend gibt's wieder einen Community Call
Zusammenfassung: heute Abend um 20:00 Uhr ist der erste Community Call im April, Coline schreibt heute über Körperpraxis und lädt zu fünf Tagen Stille & Embodiment ein.
Unsere erste meditate with…Aprilwoche neigt sich schon dem Ende zu. So schön, dass ihr dabei seid und so viele Menschen eingeladen habt, die seit dieser Woche mit meditieren: wir haben uns sehr gefreut so viele neue Gesichter zu sehen. Auch sehr besonders ist, dass einige von euch jetzt schon seit über drei Monaten mit uns Sitzen - das ist ein viertel des Jahres!
Heute Abend: erster Community Call im April
Heute, Freitag, um 20:00 Uhr laden wir wieder zum Community Call ein: hier kannst du Fragen zu Meditation stellen, dich mit anderen aus der meditate with… Community austauschen und vielleicht die ein oder andere Inspiration für deine Praxis mitnehmen. Wenn du dabei sein willst, kannst du dich einfach über den Meditationsraum-Link für April einwählen:
https://us06web.zoom.us/j/7347733660?pwd=NbjUc4c9VNC8iSBknSK7AcfrSwm3co.1
Wir bieten seit Anfang dieser Woche zwei Tracks an: um 5:45 Uhr und um 07:15 Uhr treffen wir uns – immer im selben Link. Wann es Anleitungen gibt und wann wir ohne live Anleitung meditieren, kannst du der Tabelle entnehmen.
Hier nochmal alle Termine auf einen Blick:
Rhythmus bis Ende April:
MO / DI / DO: 5:45–6:30 Uhr — angeleitete Meditation
MO / MI / FR: 7:15–8:00 Uhr — angeleitete Meditation
COMMUNITY CALLS: 10. April und 21. April 20:00–21:30 Uhr (für Austausch in Triaden und Fragen zur Meditation — ist immer sehr schön)
Embodying Stillness – wenn der Körper zum Tempel wird
Ich, Coline, schreibe diesen Blog-Post aus einer Panchakarma Ayurveda-Kur. Hier ernähre ich mich streng nach den Grundregeln der jahrtausendealten Ayurveda-Heiltradition und mein Körper wird jeden Tag von ayurverdisch ausgebildeten Therapeut*innen mit warmem Öl massiert. Während mein ganzes System auf Hochtouren an der Entschlackung arbeitet, fühle ich mich dazu inspiriert, hier etwas zu der Beziehung von Körper und Seele zu schreiben.
Warum finde ich die wichtig? Weil mein gefüllter (Berufs-)Alltag in der Stadt oft einfach zu schnell für mein Nervensystem ist. Weil ich vor lauter Krisen in dieser Welt manchmal nicht hinterherkomme – nicht nur darum zu wissen, sondern auch zu fühlen, was da eigentlich gerade alles passiert. Spätestens, wenn ich im Alltag merke, dass ich kein Gespür mehr dafür habe, was ich gerade fühle, weiß ich, dass sich mein Körper langsam, aber sicher von meinem Geist entfernt hat. Was mir dann hilft?
Körperpraxis!
Das ominöse „in den Körper Kommen“, von dem so gern gesprochen wird – das auf Englisch cooler klingende „Embodiment“. Für mich bedeutet Embodiment, das Körperbewusstsein zu aktivieren und den Körper einzuladen, seine Weisheit mit dem Rest meines Systems zu teilen. Für mich ist im Laufe meines Lebens - sowohl im privaten als auch im beruflichen - klar geworden:
Wenn ich mich meinem Körper zuwende, wenn ich ihn sprechen lasse, dann hat er mir einiges zu sagen... Er wird zu einer Orientierung gebenden Instanz, meinem Kompass!

Falls du dich derzeit weit entfernt von dieser Metapher fühlst, möchte ich meine Geschichte mit dir teilen: Ich war 13 Jahre alt, als ich zum Yoga und dadurch auch zu meiner Meditationspraxis gefunden habe. Das war recht früh und auch erstmal nicht so ganz freiwillig. Eigentlich war ich viel zu beschäftigt damit, meinen Körper mit Sport an sein äußerstes Limit zu pushen. Ich trainierte in mehreren Teams, ging regelmäßig joggen und hatte manchmal wochenlang keinen Ruhetag. Das alles war als junger Mensch möglich und hat mich doch irgendwann an den Punkt gebracht, an dem erstmal gar nichts mehr ging: Ich verletzte mich bei einem Basketballspiel schwer am Knie und war wortwörtlich am Boden.
Zum Glück schleppte ich mich damals vor lauter Verzweiflung zu meinen ersten Yogakursen im nahegelegenen Fitnessstudio bei uns im Dorf. Die Yogalehrerin kam aus den USA, war mittelalt und hatte eine angenehme, beruhigende Stimme. Auch wenn mein 13-jähriges Nervensystem etwas mehr Adrenalin gewohnt war, blieb ich dabei und so wurde Yoga innerhalb weniger Monate zu so etwas wie meinem Rettungsring. Ich lernte plötzlich eine ganz neue Seite an mir kennen: eine, die sich über achtsame Bewegungen freut, die ihre Atmung bewusst einsetzten kann, die in den Ausgleich kommt. Ich begann zu verstehen, was Patanjali im Yoga Sutra – dem grundlegenden, 2000 Jahre alten Quellentext der Yoga-Philosphie – wohl mit „Sthira-sukham asanam“ gemeint haben könnte:
Dass eine Haltung (und damit auch unsere innere Haltung) gleichzeitig stabil und kraftvoll (Sthira), aber auch angenehm und leicht (Sukha) sein darf. Ein radikaler Gegensatz zu meinem früheren Pushen bis zur Erschöpfung.
An meine ersten Meditationen nach der körperlichen Yogapraxis in dieser ersten Zeit kann ich mich nicht mehr gut erinnern, ich weiß aber noch, dass sich zehn Minuten zunächst wie eine Ewigkeit angefühlt haben. Und irgendwann gehörte die tägliche Meditation zu meinem Leben, als wäre sie schon immer da gewesen, als würde ich einfach nur zu ihr als Kraftort zurückkehren.
Sicherlich nicht zuletzt wegen dieser persönlichen Erfahrung, ist es mir in der Meditationsanleitung ein großes Anliegen, immer wieder Bezug auf den Körper zu nehmen. Den Körper in die Meditationspraxis mit einzubeziehen, das bedeutet für mich, das bewusste Einstimmen darauf, was im gegenwärtigen Moment körperlich spürbar (und weniger spürbar) ist. Langfristig kann der Körper dadurch mehr und mehr als unser Zuhause in diesem Leben anerkannt werden –vielleicht sogar als heiliger Tempel, in den wir immer wieder zurückkehren können.
Das Embodying Stillness Retreat für FLINTA* im Oktober:

Einladung
Ende Oktober diesen Jahres organisiere ich ein Stille- & Meditationsretreat. Es trägt den Namen: Embodying Stillness und ist ein großes Herzensprojekt:
Zusammen mit einem ganz tollen Team lade ich vom 26. bis 31.10.2026 FLINTA* und weiblich sozialisierte Menschen zu fünf Tagen Meditation, Verkörperung und Stille im schönen Gutshof Drahnsdorf im Spreewald ein. Es wird neben Stille, Meditation und Körperpraxis leckeres Essen, viel grüne Natur und sogar eine kleine Sauna geben.
Wenn dich das interessiert, schau gern mal auf meiner Website vorbei: www.inrelation-cs.de. Für Infos und Updates gibt es auch einen Telegram Kanal: https://t.me/+HFiDwM7TxFE4NGVi
Danke für’s Lesen!
Coline mit Philip, Anjet, Luka und Joseph
PS: Wir finden es super, meditate with… ohne feste Kosten zu betreiben. Klar entstehen welche, und klar ist das ziemlich viel Aufwand. Aber sich darauf verlassen zu dürfen, dass etwas zurückfließt, wo etwas fließen kann, und dass manche einfach teilnehmen dürfen, weil sie es gerade brauchen und von der Gruppe getragen werden, ist so schön. Hier könnt ihr einen Beitrag geben:
PPS: Falls du dir auch in den Stille-Meditationen eine Anleitung wünscht, kannst du dich auf unserem meditate with…Unplugged Podcast inzwischen schon durch drei Staffeln meditate with…Anleitungen scrollen:


