Alles was Du zur April Meditation wissen musst HIER
Ab Ostermontag: Einen Monat gemeinsam meditieren. Live, Committed, als Gruppe.
Hi!
Ich war schlecht drauf, trotz der ganzen Meditiererei!
Ich habe letzte Woche viel Zeit mit Meditieren und Grübeln verbracht, es war überhaupt nicht schön, eher unangenehm, Denkmeditation nenne ich das. Ich fand es schlecht, habe mich verurteilt, geärgert, hatte keine Lust mehr und habe an allem gezweifelt. Trotzdem habe ich weitergemacht, sanft, müde, genervt, entmutigt.
Heute Morgen habe ich die Antwort und Frieden bekommen. Ich suche nach Vollständigkeit und stoße auf meine Unvollständigkeit, ich möchte, dass alles perfekt läuft, und es läuft ganz anders. Sich darüber zu ärgern ist leicht, es gehört quasi zum guten Ton unserer Gesellschaft, optimieren, verbessern, alles muss anders sein, als es gerade ist, nichts ist genug.
Heute Morgen habe ich gemerkt: Im Unvollständigen ist Platz für die Vervollständigung, es ist wie eine Einladung. Das Unvollständige ist die Einladung des Lebens, teilzunehmen, etwas einzubringen und mitzuspielen. Es muss nicht gelöst werden, sondern erlebt.
Das fand ich irgendwie tröstlich, und ich konnte etwas sanfter schauen auf meine unvollkommene Meditation.
Im Tao gibt es einen Ausspruch: “The world is sacred, it can’t be improved, if you tamper with it, you’ll ruin it” — das habe ich heute besser verstanden, im Unvollständigen liegt das, was verborgen ist, wir dürfen es entdecken, wenn wir es überschreiben, wenn wir denken, wir wissen, wie es geht, dann ruinieren wir es.

Auch im Gebet von Thomas gibt es diese Stelle “…I’m grateful for what I see and I’m grateful for what stays hidden…” — das, was wir nicht wissen, ist auch hier nicht falsch oder fehlend, es ist der Raum, in den wir uns entwickeln dürfen, wenn wir unser Nichtwissen, unsere Unvollständigkeit, zulassen.
Und noch einer fällt mir ein: “There’s a crack in everything, that’s how the light gets in” von aus dem Song Anthem von Leonard Cohen. Habt ihr auch noch Beispiele? Gerne in die Kommentare mit all der Unvollständigkeit, denn…
Unter diesem Motto steht der April, er macht ja bekanntermaßen sowieso, was er will, und das passt doch gut: In einer verrückten Welt, in der das Gefühl der Unzulänglichkeit und dem Selbstzweifel allgegenwärtig ist, widmen wir uns der Inspiration und dem Raum, der Lebendigkeit, die die Unvollständigkeit erst ermöglicht.
Ohne Unvollständigkeit keine Entwicklung, ohne Entwicklung kein Leben, ohne Leben keine Unvollständigkeit…
Und irgendwie ist ja auch genauso meditatewith… entstanden, eine unvollständige Idee ein Versuch etwas weiterzugeben und nach 3 Monaten gibt es so viel, ein starkes Team, dass ganz eigene neue Impulse bringt und viel Arbeit übernimmt, eine große Gruppe die jeden tag meditiert und jetzt ein ganz neues Programm für den April, dass für mich gefühlt wie alleine in der Brut zeit entstanden ist, ich durfte schlecht drauf sein, trotzdem konnte etwas entstehen.
Herzlich euer Philip
Warum meditieren?
Meditieren hilft. Das ist nichts Neues — seit Tausenden von Jahren sitzen Menschen still in Höhlen, Klöstern, Tempeln. Aber es ist auch nicht nur Tradition: Die wissenschaftliche Evidenz ist mittlerweile robust. Eine große Meta-Analyse der Johns Hopkins University hat 47 randomisierte kontrollierte Studien mit über 3.500 Teilnehmenden ausgewertet und moderate Effekte bei der Reduktion von Angst und Depressionen gefunden — vergleichbar mit der Wirkung von Antidepressiva, aber ohne Nebenwirkungen. Eine weitere Meta-Analyse von 111 RCTs zeigt signifikante Verbesserungen bei Aufmerksamkeit und kognitiver Kontrolle. Und Meditation senkt messbar den Cortisol-Spiegel — unser zentrales Stresshormon.
Meditieren wirkt also stressreduzierend, kann sich positiv auf die Stimmung auswirken und bringt Raum, Ruhe und Fokus.
Aber… meditieren zu lernen, oder irgendwie damit anzufangen, ist für viele schwer. Die Orientierung zu halten, dabei zu bleiben, sich nicht entmutigen zu lassen, wirklich eine regelmäßige Praxis zu entwickeln — das ist nicht so leicht.
Für mich persönlich hat die Meditation so viel so positiv verändert (siehe Newsletter aus Januar), dass ich mich mit dem Team von meditate with… dazu entschieden habe, dieses Geschenk der Meditation weiterzutragen. Denn mit ein paar Tricks kann wirklich fast jede*r eine gute Praxis entwickeln.
Quellen:
1. Goyal et al., 2014, publiziert in JAMA Internal Medicine
2. 2024, Health Psychology Review
Die Tricks
Commitment — wir nehmen uns gemeinsam vor, mindestens einen Monat zusammen zu üben. Wir lassen uns darauf ein und bleiben dabei. (Eine Studie mit 280.000 Meditationssitzungen hat gezeigt: Regelmäßigkeit ist wichtiger als Sitzungslänge. Wer sich eine feste Routine baut — am besten morgens — bleibt deutlich häufiger dabei.)
Gruppe — gemeinsam sind viele Dinge viel leichter. Unsere Gruppe hilft uns, motiviert zu bleiben. (Eine Studie aus dem Clinical Social Work Journal hat Gruppen- mit Einzelmeditation verglichen und festgestellt, dass Gruppenmeditation zu deutlich stärkerer sozialer Verbundenheit führt. Die Gruppe ist kein nettes Beiwerk, sondern ein wesentlicher Teil der Praxis.)
Live-Anleitung — wir sind kein Kassettenrecorder, sondern echt. Jeden Morgen geben wir euch eine persönliche Anleitung, zugeschnitten auf den Tag, eingestimmt in das, was jetzt gerade da ist. (Fast alle großen Studien, die positive Effekte von Meditation nachweisen, arbeiten mit Anleitung. — besonders am Anfang macht Anleitung einen echten Unterschied.)
Bonus: Von ganzem Herzen — uns bedeutet Meditieren und das Weitergeben dieser Praxis viel. Es ist kein lästiger Job, sondern eher wie ein Auftrag von ganz oben.

Wie läuft der April ab?
Morgen, am 5. April um 19:00 Uhr, ist der Intro-Call zum neuen Monat. Ihr könnt Fragen mitbringen, und wir erzählen euch, was geplant ist.
Wir haben neue Zeiten, einen Link für alles: meditatewith.live
Wir leiten wieder an, insgesamt 6x pro Woche — 3x die Woche um 5:45 Uhr und 2x die Woche etwas später um 7:15 Uhr, jeweils für 45 Minuten.
Der Rhythmus für den Monat:
Drittel: Absinken und Boden
Drittel: Verfeinerung der Stille
Drittel: Was ist sich bewusst?
Was auch gleich bleibt: Wir meditieren jeden Tag für einen Monat (fast), in der Gruppe, mit Anleitung, am Wochenende in Stille.
Alle Termine auf einen Blick:
INTRO-CALL: Ostersonntag (morgen!), 5. April, 19:00–20:30 Uhr
START: Ostermontag, 6. April 5:45 Uhr
Rhythmus bis Ende April:
MO / DI / DO: 5:45–6:30 Uhr — angeleitete Meditation
MO / MI / FR: 7:15–8:00 Uhr — angeleitete Meditation
COMMUNITY CALL: 10. April, 20:00–21:30 Uhr (für Austausch in Triaden und Fragen zur Meditation — ist immer sehr schön)
Zoom-Link für alle Calls: www.meditatewith.live
Kleine Bitte: KI-Tools sind nicht zugelassen und auch nicht erwünscht. Wir schneiden zum Ende des Monats einen Podcast, und es gibt eine große Anzahl an Meditationen zum Nachhören. Wir verstehen total, dass es praktisch sein kann, falls man mal eine Meditation verpasst, aber das ist nicht der Sinn von meditate with… Es geht um live, als Gruppe. Für alles andere gibt es den Podcast.
WICHTIG:
Bei Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin.
Aber im Ernst, bitte lest den folgenden “informed consent” einmal durch, wir wollen, dass es euch gut geht und wir alle zusammen sicher uns gut begleitet durch den Januar kommen. Wenn Ihr ihn aufmerksam gelesen habt tauchen unten die Zoom Links auf.
Informed Consent:
Schön, dass du dabei sein willst!
Wir freuen uns als ganzes Team schon sehr auf die gemeinsame Zeit. Um dir etwas Vorfreude aus der Achtsamkeitsforschung zu machen und zugleich über Risiken Bescheid zu geben, bitten wir dich, den Text hier zu lesen, bevor du deine endgültige Entscheidung triffst dabei zu sein.
Achtsamkeitstrainings können eine Verringerung von Stress, Angst und depressiven Symptomen bewirken, sowohl bei gesunden als auch bei belasteten Menschen, einhergehend mit Verbesserungen der Emotionsregulation und Reduktion negativer Affektivität. Außerdem können sich kognitive Kontrolle, Aufmerksamkeit und innere Wahrnehmungsfähigkeit verbessern. Wenn du über den Monat teilnimmst, kann es also gut sein, dass du diese Verbesserungen an dir bemerkst.
Meditieren kann auch unangenehm sein. Da wir mit unserer inneren Erfahrung mehr in Kontakt kommen, ist es gleichzeitig wahrscheinlich, dass Ängste, unangenehme Gefühle und ggf. depressive Symptome zwischenzeitlich stärker erlebt werden. Daher ist es gut, auf dein Limit zu achten und nur so lange zu meditieren, wie es sich richtig anfühlt. Wenn es dir während einer Mediation etwas viel wird, kann es helfen, die Augen zu öffnen oder aufzustehen.
Wenn du dich für Meditation interessierst, aber in deinem Leben gerade hohe innere Instabilität erlebst – etwa durch akute Krisen, Schizophrenie, bipolare Störung, schwere Depression etc. – dann raten wir dir dazu, diesmal nicht teilzunehmen und ein anderes Angebot zu wählen, das therapeutisch begleitet wird oder ärztlich/psychotherapeutisch abgesprochen ist. Wir sagen das, weil in seltenen Fällen Menschen auch länger anhaltende negative Effekte durch das Meditieren erfahren, wenn sie innerlich besonders instabil sind. Wir gehen nicht davon aus, aber wollen darauf hinweisen.
Die Teilnahme an den Meditationen ist selbstverantwortlich. Du bist also die/der Einzige, um einzuschätzen, ob dir das Programm gerade gut tut oder nicht. Wir hoffen, dass du eine wundervolle Erfahrung machen wirst und bieten dir neben den Community-Calls sogar begrenzte Möglichkeiten für 1:1 Unterstützung bei erfahrenen Therapeut:innen aus unserem Team an. Bitte hab Verständnis, dass wir – je nach Auslastung – eine Anfrage ggf. nicht beantworten können.
Quellen:
1. Effects of Web-Based Mindfulness Training on Psychological Outcomes, Attention, and Neuroplasticity.
Scientific Reports. 2023. Mora Álvarez MG, Hölzel BK, Bremer B, et al.
2. The Effects of Different Stages of Mindfulness Meditation Training on Emotion Regulation.
Frontiers in Human Neuroscience. 2019. Zhang Q, Wang Z, Wang X, et al.
3. Mindfulness Training Modifies Attentional Bias to Facial Emotion and Emotional Symptoms.
Journal of Psychiatric Research. 2023. Kou H, Luo W, Liu X, et al.
4. Brief Mindfulness Training for Negative Affectivity: A Systematic Review and Meta-Analysis.
Journal of Consulting and Clinical Psychology. 2018. Schumer MC, Lindsay EK, Creswell JD.
Bis morgen… Wir freuen uns auf euch! Euer Team meditatewith…
PS: Wir sind ein bisschen spät dran, aber fänden es super, wieder so eine große Gruppe zu sein wie im Januar. Vielleicht habt ihr teilgenommen und eine gute Erfahrung gemacht — dann teilt doch gerne den Link zu diesem Blog: per WhatsApp an eure drei Besties, als Instagram-Story, auf einem Poster am Rosenthaler Platz, in eurem Newsletter oder einfach persönlich, damit ihr in Zukunft zusammen sitzen könnt!

PPS: Wir finden es irgendwie super, meditate with… ohne feste Kosten zu betreiben. Klar entstehen welche, und klar ist das ziemlich viel Aufwand. Aber sich darauf verlassen zu dürfen, dass etwas zurückfließt, wo etwas fließen kann, und dass manche einfach teilnehmen dürfen, weil sie es gerade brauchen und von der Gruppe getragen werden, ist so schön. Hier könnt ihr einen Beitrag geben:
PPPS: bis Morgen!









Anna Depenbusch singt in ihrem neuen Lied "Kintsugi" von den "Scherben einer Welt, wo nichts zusammenhalten will".
Der Titel des Songs rekurriert auf eine traditionelle japanische Reparaturmethode für zerbrochene Keramik, bei der die Bruchstellen mit einem Kleber, der mit Gold-, Silber- oder Platinpulver vermischt ist, wieder zusammengefügt werden. Anstatt die Reparatur zu verbergen, wird sie als Teil der Geschichte des Objekts hervorgehoben und geschätzt. Der Schaden wird also hervorgehoben und so wird die Geschichte und Vergänglichkeit des Objekts gewürdigt.
Anna Depenbusch deutet das in ihrem Liedtext so, dass das, "was auseinander bricht jetzt anders neu verbunden und ein
Ende nur der Übergang vom Anfang ist". Ein ähnlich tröstlicher Gedanke wie bei Cohens "Anthem": Brüche können verbunden werden und ein neues Ganzes ergeben.
Danke, lieber Philip!
Ich bin immer wieder so dankbar für das große Geschenk, was ihr uns macht. Ihr vermehrt damit auch meine Zuversicht 🙏
Und vielen vielen Dank fürs Teilen deiner Unvollständigkeit. Ich hadere selbst so stark und mache mich nur runter, da kommt dein Post wie eine Rettungsinsel daher. Lasst uns gemeinsam sowas von unvollkommen sein, bitte.
The moment you say, "I have got it," you have lost everything you had.
( B.K.S. Iyengar)